Garbe investiert 170 Millionen Euro in Logistik-Park Westfalenhütte

Spatenstich für den ersten von vier Bauabschnitten

Dortmund – Mit dem ersten Spatenstich ist heute der offizielle Startschuss für den Bau des Logistik-Parks Westfalenhütte gefallen. Auf dem 450.000 Quadratmeter großen Gelände im Dortmunder Nordosten errichtet die Garbe Logistic AG, Hamburg, von 2010 an in vier Bauabschnitten hochmoderne Logistikimmobilien für die Lagerung, die Distribution und den Umschlag von Gütern mit einer Hallenfläche von insgesamt 207.000 Quadratmetern. Das entspricht in etwa der Größe von 21 Fußballfeldern. 2014 soll der komplette Logistik-Park Westfalenhütte fertig gestellt sein. Das Investitionsvolumen in diesem Zeitraum beträgt rund 170 Millionen Euro.

Strukturwandel spiegelt sich auf dem Gelände wider

Wie kaum ein anderer Standort ist die Westfalenhütte Synonym für Stahlproduktion und Hochöfen. 160 Jahre lang prägte die Montanindustrie die Dortmunder Wirtschaft. Doch mit der Stahlkrise in den 70er Jahren setzte der Strukturwandel ein, der sich auf dem Gelände widerspiegelt. Die Stilllegung des letzten Hochofens auf dem insgesamt 4,5 Millionen Quadratmeter großen Areal bedeutete 2001 das endgültige Aus der Stahlproduktion in Dortmund. Weite Teile der Westfalenhütte wurden ab- und in China wieder aufgebaut – zurück blieb eine riesige Fläche, die auf eine zukunftsorientierte Nutzung wartete und in die jetzt mit dem Bau des Logistik-Parks wieder Leben einkehrt.

Die 450.000 Quadratmeter große Teilfläche der ehemaligen Westfalenhütte südlich der Springorumstraße erwarb die Garbe Logistic AG von der Duisburger ThyssenKrupp Steel AG und der Dortmunder Krupp Hoesch Stahl GmbH. „Ausschlaggebend für die Investition waren nicht nur die Grundstücksgröße und der 24-Stunden-Betrieb, sondern auch die verkehrsgünstige Lage“, betonte Siegfried Korb, Vorstand der Garbe Logistic AG, beim Spatenstich. Das Gelände verfügt über einen Gleisanschluss und über eine eigene Anschlussstelle an die Bundesstraße 236, über die die nahe gelegenen Autobahnen 1, 2 und 44 schnell zu erreichen sind. Nur zwei Kilometer von der Westfalenhütte entfernt liegt Europas größter Kanalhafen mit einem trimodalen Containerterminal. Zehn Kilometer südöstlich befindet sich das Luftfrachtzentrum des Dortmunder Flughafens. Von Dortmund aus sind innerhalb einer halben Stunde knapp zwei Millionen, innerhalb einer Stunde 9,5 Millionen Menschen zu erreichen. „Dies macht die Westfalenhütte für uns als Entwickler und Eigentümer von Logistikimmobilien zum idealen Standort, um langfristig zu investieren“, so Siegfried Korb. Dortmund zähle zu den führenden Logistikstandorten in Deutschland und habe sich in den vergangenen Jahren national und international zu einer bedeutenden Warendrehscheibe entwickelt.

Für die gute Zusammenarbeit dankte der Garbe-Vorstand der Stadt Dortmund, der örtlichen Wirtschaftsförderung und den beiden Verkäufern, die eine zeitnahe Bebaubarkeit möglich gemacht hätten. Ende September hatten die ThyssenKrupp Steel AG und die Krupp Hoesch Stahl GmbH die erste Teilfläche des Geländes baureif übergeben.

Logistikimmobilien mit städtebaulichem Charakter

In der ersten Bauphase ist vorgesehen, bis zum dritten Quartal 2010 zwei nebeneinander liegende Hallen mit einer Gesamtfläche von 47.000 Quadratmetern auf einer 92.000 Quadratmeter großen Teilfläche direkt südlich der Springorumstraße zu entwickeln. Jede Halle lässt sich in kleinere bis zu 10.000 Quadratmeter große Einheiten teilen und verfügt über eine Deckenhöhe von 10,5 Metern. Die Hallen sind beheizbar und werden mit Sprinkler- und Brandmeldeanlagen ausgestattet. Für Büro- und Sozialräume sieht der erste Bauabschnitt fast 4.000 Quadratmeter in mehrgeschossigen Solitärbauten vor, die zusammen mit großzügigen Grünflächen sowie Lkw- und Pkw-Stellplätzen entlang der Zufahrtstraßen dem Logistikpark einen städtebaulichen Charakter verleihen.

Im Anschluss sind bis 2014 sechs weitere bis zu 45.000 Quadratmeter große Hallen geplant, die sich wie die beiden ersten auch insbesondere für kontraktlogistische Dienstleistungen eignen. Mit ersten Interessenten ist die Garbe Logistic AG in Verhandlungen. Betreut und vermarktet werden die Logistikimmobilien von der Garbe-Niederlassung in Duisburg.

Die Logistikimmobilie der Zukunft ist grün

Ökologischen Belangen wird der Logistik-Park Westfalenhütte in besonderer Weise Rechnung tragen. In die Hallendächer werden großflächige Tageslichtbänder eingelassen, die für eine effiziente Beleuchtung und einen geringeren Stromverbrauch sorgen. Darüber hinaus werden die Dächer so konstruiert, dass sie sich mit Solar-Kollektoren zur Erzeugung von Strom und zur Aufbereitung von Warmwasser ausstatten lassen. Die dreigeschossigen Bürogebäude erhalten eine Dachbegrünung zur Verbesserung des Raumklimas. Die Rückführung und Nutzung von Regen- und Dachflächenwasser ist ebenfalls vorgesehen. „Die Logistikimmobilie der Zukunft ist grün“, erläuterte Siegfried Korb, warum das Thema Nachhaltigkeit beim Bau des Logistik-Parks Westfalenhütte eine so große Rolle spielt. „Wer heute nicht nachhaltig denkt, nutzt in zehn Jahren unwirtschaftliche, nicht zeitgemäße Immobilien und ist damit nicht mehr wettbewerbsfähig.“